Tuesday, September 30, 2008

Jaipur - Glueck im Unglueck!

Als wir mit unserer immernoch schwerkranken Jule im Gepaeck in Jaipur ankommen, werden die Maedels wieder im Cafe abgesetzt, waehren die Jungs sich wieder auf Hotelpirsch begeben. Todesmutig erbeuten sie zwei luxurioese Hotelzimmer in bester Lage. Gegenueber der Arzt und um die Ecke die Apotheke - der ideale Ort, um Jule zu versorgen. Unser erster Gang fuehrt uns zum Doc und wir sind sehr erleichtert, als wir dank seines Bluttests am naechsten Tag Malaria und Denguefieber ausschliessen koennen. Wegen des weiterhin hohen Fiebers entscheiden wir uns jedoch, unseren Flug nach Goa zu verschieben. Was sich als sehr weise herausstellt, da Jakob einfach jede Krankheit mitmachen will und Jule am naechsten Tag mit Durchfall und Fieber Gesellschaft leistet. Inzwischen gehts den beiden wieder gut.

In der Zwischenzeit erkunden Gesine und Nils (mal mit, mal ohne Jakob) Jaipur. In der Altstadt wird gefeilscht ohne Ende, bis Kaeufer und Verkaeufer gluecklich sind. Abends besuchen wir einen Klassiker Jaipurs, das Kino Raj Mandir. Die Inneneinrichtung wirkt wie vom Zuckerbaecker gemacht und bei Cola und Snacks stimmen wir uns auf Schnulz a la Bollywood ein. Da der Film auf Hindi ist, bleibt uns die wahre Botschaft des Films leider verborgen (wir bezweifeln, dass es ueberhaupt eine gab); bunte Bilder, Musik und Tanz, sowie ein ergriffenes indisches Publikum machen das 3-Stunden-Vergnuegen dann aber doch zu einem Erlebnis.

Und wir wurden doch noch bestohlen!

Als wir in Agra typisch indisch auf unseren 3 Stunden verspaeteten Zug nach Jaipur warten (wir sind extra um 4 Uhr morgens aufgestanden), sitzt ploetzlich ein fieser Rhesusaffe hinter Jakob, der mit einer Hand auf dessen Rucksack und einem Zaehnefletschen seinen Anspruch auf unsere zweifach eingepackten Bananen erhebt. Leicht verunsichert und der Gegenwehr nicht maechtig ueberlassen wir ihm das Feld und beobachten fasziniert, wie er auf dem Dach eine Banane nach der anderen schaelt und genuesslich wegmampft.

Agra - die Stadt der Dachterrassen...


...und jede natuerlich mit dem besten Blick aufs Taj Mahal. Wir haben uns waehrend unserer Zeit in Agra nicht lumpen fuehlen so einigen Dachrestaurantbesitzern auf den Zahn. Ergebnis: je besser der Taj -Blick, desto schlechter das Essen.
Obwohl wir nun endgueltig im Zentrum des Tourismus angekommen sind, fuehlen wir uns zwischen schreienden Souvenirverkaeufern und kitschigen Mini-Taj-Mahals erstaunlich wohl. Unter anderem weil wir in einem Hotel in verkehrsberuhigter Lage und mit tollem Garten voller Papageien wohnen, in dem man morgens bei Sonnenaufgang schoen fruehstuecken kann.

So auch an jenem Morgen an dem wir uns um 6 Uhr aus dem Bett quaelen, um vor der Flutwelle von Touristen das Taj Mahal zu bewundern. Routiniert wimmeln wir die aufdringlichen Marmor- und Kitschverkaeufer auf dem Weg zum Osttor ab und erkaufen uns den teuren Eintritt. Waehrend man als indisch aussehender Mensch 20 Rs zahlt muessen wir wegen unserer schlechten Tarnung 750 Rs zahlen. Trotz aller Befuerchtungen werden wir mit einem grandiosen Anblick des in der Morgensonne strahlenden Taj Mahals belohnt.
1650 wurde es vom damaligen Herrscher als Grabmahl fuer seine Lieblingsfrau (er hatte 72 weitere...) erbaut, nachdem sie bei der Geburt ihres 14. Kindes verstorben war.



Tuesday, September 23, 2008

Taj Mahal


Die Belohnung fuer eine lange Nachtfahrt: morgendlicher Blick bei der Hotelsuche auf das maerchenhafte Wahrzeichen von Agra.

...3000 mal sauberer und wir waeren auch Baden gegangen!



Wir haben uns schlau gemacht: der Ganges hat in Varanasi 1,5 Mio Faekalbakterien pro 100 ml Wasser. Bei einem Wert von 500 duerfte man in Europa schwimmen gehen... Erstaunlicherweise gibt es aber jede Menge Fische in diesem Wasser, die auch gegessen werden - heilig ist heilig!
Mutter Ganga dient als spirituelle Tankstelle, Waschmaschine, Morgendusche und Friedhof. Wir begnuegen uns mit einer Bootsfahrt auf dem Wasser. Gespannt betrachten wir das bunte Treiben am Ufer und koennen kaum begreifen, wie man sich in dieser Dreckbruehe so wohl fuehlen kann.
Neben den Bade-Ghats (Ufertreppen) gibt es auch die Verbrennungs-Ghats, an denen rund um die Uhr Verstorbene verbrannt werden. Die Hindus glauben, so dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt zu entkommen und direkt ins Nirvana zu gelangen.
Leider muessen doch ein paar Killerbakterien aus dem Ganges zu uns ruebergeschwappt sein, denn einem nach dem anderen ging es mit Magen-Darm-Beschwerden schlecht.



Mit grossem Vergnuegen schlenderten wir durch die verkehrsberuhigten Altstadtgassen Varanasis, welche zwischen einer Breite von 0,5 und 2 Metern variieren. Gefaehrlich wird's nur, wenn eine Wasserbueffelstampede sich seinen Weg Richtung Ganges bahnt.
Andere Nettigkeiten sind die ueber den Koepfen herumturnenden Affen, die vielen Sarilaeden und eine 'German Bread Bakery', bei der wir uns mit Brot eindecken.


Geburtstag im Zug - endlich auch 23

Wegen eines gecancelten Zugs fiel der 20.9. nun direkt auf unsere Nachtfahrt von Bhubaneswar nach Varanasi. Gross Reinfeiern war zwischen klimaanlageresistenten Schaben und engen Dreierstockbetten nicht wirklich drin. Geburtstagsfruehstueck und Bescherung gab's fuer Jakob deshalb erst im Ganges Top Guest House in Varanasi.


Thursday, September 18, 2008

Sommer, Regen, Strand und Meer!




In Puri wohnen wir in einer alten Maharaja-Villa und dinnieren an einer langen Tafel mit Blick aufs Meer. Unser Strandvergnuegen war nicht so einfach zu haben, wie gedacht... im Fischerdorf kacken die Inder hemmungslos auf den Strand, was den Strandspaziergang zum Spiessrutenlauf durch Tretminen macht; Abwaesser werden direkt ins Meer geleitet; penetrant gaffende Inder zwingen die Maedels zu Verhuellungsmassnahmen; um aufdringliche Perlenverkaeufer ("ich schwoer: echte Koralle!") und Kamelfuehrer muss man einen weiten Bogen machen; Wind und Wetter sind wirklich nicht auf unserer Seite. Aber wir kennen nix und marschieren ueber eine Stunde bis wir uns ungestoert in die warmen Wellen stuerzen koennen. Herrlich!